Preisentwicklung von Titandioxid für Lacke und Farben

Preisentwicklung von Titandioxid für Lacke und Farben

Titandioxid – das heutige Gold der Lackbranche

Durch die weltweite Konsolidierung der Titandioxidindustrie und Strategieänderung der führenden Hersteller in der Preispolitik sind die Preise für Titandioxid seit 2016 kontinuierlich gestiegen. Die Titandioxid-Industrie hat die Abhängigkeit der Lackindustrie erkannt und fährt sehr zielgerichtet einen stark orientierten Renditekurs im zweistelligen Bereich für seine Aktionäre. Nach dem aktuellen Report von RND soll der globale Titandioxid Markt mit einem Umsatz 2020 von 22,1 Mrd. USD in 2028 einen Umsatz von 30,72 Mrd. USD erreichen. Das wäre eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate (CAGR) von 4,2 %. Das Nachsehen haben hier die kleinen und mittelständischen Unternehmen, die quasi gezwungen werden über Distributoren 25 – 30 % höhere Preise im Vergleich zu Großunternehmen zu bezahlen.

Zuteilung von Titandioxid

Die Titandioxidindustrie befindet sich zurzeit in einer komfortablen Verteilungsfunktion ihrer Produkte. Sie streben auf aktuell hohem Preisniveau vornehmlich mit großen Abnehmern langfristige Verträge, mit dem Vorwand der Liefersicherheit, an. Der Kampf zwischen Großabnehmern in der Lackindustrie und den kleineren ist bereits im vollen Gange. Zahlreiche Großunternehmen versuchen mit harten Bandagen und ohne Rücksicht auf Verluste sich die Titandioxidmengen zu sichern. Hier sprechen wir bei einem großen Abnehmer von z.B. mehr als 250.000 t/a an Bedarf. Das birgt für die mittelständisch geprägte Lackindustrie große Risiken in der Versorgungskette und deutlich überteuerte Preise.

Hoffnung auf die chinesischen Hersteller

Ein Hoffnungsschimmer für die kleineren und preissensiblen Unternehmen ist die Absicht der chinesischen Titandioxidhersteller ihre Produktionskapazitäten weiter zu steigern.  Allerdings steht aktuell die chinesische Titandioxidindustrie vor extrem steigenden Kosten. Eine Preisanpassung gegenüber den anderen globalen Titandioxidherstellern ist bereits gestartet worden. Man kann davon ausgehen, dass sich in Q1 und Q2/2022 nichts Wesentliches in der Preispolitik und Verfügbarkeit ändern wird. Es bleibt weiterhin sehr angespannt. Solange die Nachfrage in China auf hohem Niveau verbleibt, ist mit keiner Preisreduktion und höheren Exportanteilen zu rechnen. Die in der Vergangenheit immer etwas günstigeren Titandioxidpreise chinesischer Hersteller beruhten auf der geringeren Inlandsnachfrage und der Motivation den Exportmengenanteil und damit den globalen Marktanteil weiter zu steigern.

Titandioxid – „Der Ausblick in die Zukunft“

Die multinationalen Titandioxidhersteller haben im Regelfall kein Interesse neue Kapazitäten aufzubauen, weil sie damit ihren Aktienkurs schwächen würden. Stattdessen sucht man große Titandioxidabnehmer mit langfristigen Abnahmeverpflichtungen, die in weniger preissensiblen Märkten aktiv sind. Dafür bietet man ihnen die Versorgungsicherheit und eine gewisse Preisstabilität.       

Fairerweise sollte erwähnt werden, dass auch die Produzenten von Titandioxid unter einem gewissen Kostendruck leiden. Der rasante Anstieg der Weltmarktpreise für Chlor und die gestiegenen Preise für Container- und Massengutfracht sowie die deutlich höheren Energiepreise werden zu weiteren Preiserhöhungen führen. Die Zeche zahlen die kleinen und mittelständischen Lackunternehmen, die in der Versorgungskette ganz hintenanstehen müssen. Das wird zwangsläufig zu einer weiteren Marktkonsolidierung in der Lackbranche führen.  Schlussendlich kann zusammenfassend gesagt werden, dass die TiO2-Hersteller das „Spiel“ zu ihren Gunsten verändert haben und setzen damit die Einkäufer in den Lackunternehmen immer mehr unter Druck.

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